Disney on the Beach

Montag, 18.06.2018

Der Tag beginnt, du machst die Augen auf, siehst wie ein Sonnenstrahl sich seinen Weg durch Wolken baut. Der Wecker klingelte um 6 Uhr morgens. Nach dem Frühstück wurde aus dem Hostel ausgecheckt. Noch ein paar Sachen in mein Auto gepackt und dann war auch schon um 7 Uhr Treffpunkt. Wir hatten am vorherigen Nachmittag schon eine kurze Einführung und Gruppeneinteilung auf die verschiedenen Autos. Nach und nach wurde dann jede Gruppe (jeweils aus 8 Personen bestehend) zu dem jeweiligen Auto geführt. Nachdem das Ganze Gepäck verstaut war und alle in ihren Autos saßen, gab es eine kleine Einführung im 4-WD-Drive und dann ging es auch schon los.

Meine Gruppenmitglieder hatten entschieden, dass ich zuerst das Steuer in die Hand nehmen sollte. Gepäck war verstaut, alle eingestiegen und angeschnallt, dann noch Musik über ein Aux-Kabel an und los gehts. Am Anfang war es erst mal eine normal geteerte Straße Richtung Fähre. Sobald wir in die Nähe des Strandes kamen wurde der Teer allmählich von Sand abgelöst. Hier begann dann der spaßige Teil des Autofahrens. Dann waren wir am Strand angekommen und warteten auf die Fähre. Hier sah man dann auch zum ersten Mal die größte, nur aus Sand bestehende Insel der Welt.

In dem zweiten Auto wurde die ganze Zeit Disney-Musik gehört und so kam es, dass es irgendwann überschwappte, die ganze Zeit hörte und sang man Disney.

   

Lange lies die Fähre auch gar nicht auf sich warten. Ab in die Autos und auf die Fähre, die eine Lade runterließ, damit die Autos direkt vom Strand auf die Fähre fahren konnten. Auf der Fähre stiegen wir aus den Autos aus und genossen für 15 Minuten die Sonne. Auf Fraser Island angekommen lies die Fähre wieder die Lade runter und wir fuhren direkt auf Sand. Dann ging es erst mal ein ganzes Stück am Strand entlang. Hier wurden dann die 4-WD-Fahrkünste getestet. Hier musste man den Ozean immer im Auge behalten, da die Wellen ziemlich schnell reinkommen konnten und wenn man nicht mehr genug Zeit hatte auszuweichen, musste man eben vorsichtig fahren und abbremsen, aber auch nicht zu stark, weil man sonst stecken bleiben konnte. Der erste Zwischenstopp war nach einer dreiviertel Stunde. Hier wurde dann der Fahrer gewechselt, weil ja jeder mal zum Zug kommen sollte und da alle in unserem Auto berechtigt waren zu fahren, also über 21 Jahre und Führerschein, mussten wir uns das gut einteilen. Den ersten richtigen Stopp hatten wir dann beim Lake McKenzie. Dieser See war eine faszinierende Naturdarbietung, denn er bestand nur aus kristallklarem Regenwasser.

   

Hier war es gut für erfahrene Schwimmer, denn er wurde sehr schnell richtig tief. Nach einer kurzen Schwimmeinlage, einer kleinen Frisbee-Runde und einem Sonnenbad ging es dann nach circa einer Stunde weiter. Zum Lunch gab es Wraps, die man sich selbst füllen durfte. Nach dem Lunch machten wir eine kleine Wanderung durch den Regenwald. Es war erstaunlich wie hoch die Palmen und Bäume wuchsen, obwohl der Boden nur aus Sand besteht.

Weiter ging es dann das erste Mal zum Camp. Hier durften wir uns erst mal Zelte aussuchen, wobei ich das Glück hatte, alleine in einem Schlafen zu dürfen.

Schnell das Gepäck ins Zelt gepackt und ab zum Strand. Uns wurde geraten hier nicht im Ozean schwimmen zu gehen, da Wale, Haie und auch Quallen unterwegs sein könnten. Außerdem war der Zug zwischen den Wellen heftig und es gab auch kein Lifeguards. Ein Mitreisender macht als Profisport Frisbee und so zeigte er uns ein paar Tricks und wir spielten ein paar Runden und hörten dabei Musik. Zum Abendessen gab es Barbie mit Bratwürsten und Burger. Unser Tourguide erklärte, dass wir selbst kochen sollten, was auch völlig in Ordnung war. Ich nahm das Steuer am Grill in die Hand, während andere Gemüse schnitten und Kartoffelsalat machten.

Natürlich genehmigten wir uns währenddessen auch mal ein Schluck Wein. Nachdem alle satt waren, saßen wir noch bei ein paar Gläser beisammen und spielten Karten.

Am zweiten Tag stand ich auf um mir den Sonnenaufgang am Meer anzuschauen, welcher atemberaubend war.

Dann, nach dem Frühstück, ging es weiter. Wir fuhren an ein Schiffswrack „Maheno“ der japanischen Marine welches am 11. August 1915 auf Fraser Island gestrandet war und seitdem nicht mehr bewegt worden ist.

Nach ein paar Fotos und der ersten Sichtung eines Dingos ging es weiter. Danach folgte schon der nächste Stopp zum Lunch. Es gab natürlich wieder Wraps… Danach ging es zu einem Creek, in den wir von Treppen reingefallen sind. Dann haben wir uns in Schwimmreifen gesetzt und uns treiben lassen. Zum Trocknen und zum Spaß spielten wir dann Frisbee. Danach fuhren wir wieder zurück zum Camp, wir wollten uns eigentlich den Sonnenuntergang anschauen, aber unser Guide schickte uns zu spät los, sodass wir ihn verpassten... Das lustige war aber das Sandboarden, so ähnlich wie Schlitten fahren, nur eben auf Sand ;) Wieder dasselbe wie am vorherigen Tag, zwei Teilnehmer kochten das Abendessen. Danach wieder zusammensitzen und Karten spielen, beziehungsweise ein paar Gläser trinken.

Am dritten Tag fuhren wir zu einer Bucht am Ozean, der einzige Ort auf Fraser Island, bei dem man im Meer schwimmen darf.

       

Weiter ging es zum nächsten Stopp. Wir parkten die Autos und mussten erst mal 2 km laufen um zum Lake Wallaby zu gelangen. Wir Mädels saßen nur am Strand, während ein paar Jungs die sogenannte „crumbed sausage“ ausprobierten (den Sandhügel runterrollen und dann direkt ins Wasser).

Den ganzen Weg wieder zurücklaufen, um dann wieder zurück zum Festland zu fahren.

 

Insgesamt ein spannender und lustiger Trip, außer der Guide, der nicht wirklich einem Guide entsprach.

Nimm dir Zeit dich selbst zu entdecken -

du brauchst dich nicht zu verstecken.

Du kannst all deine Wünsche und Träume erwecken

und mit Hoffnung bedecken!

 

Karin Obendorfer (*1945), Dichterin und Lyrikerin

 

Bay, Bay - Byron Bay

Sonntag, 10.06.2018

Da mich an der Ostküste nur wenige Orte interessiert und angesprochen haben, war mein erster Zwischenstopp: Byron Bay. Ein Dorf mit vielleicht 200 Einwohnern, aber dafür einer der besten Strände Australiens. Alles war hier vertreten, von High Society über Hippie bis zu Backpackern. Ich schlief auf einem Camping-Platz in meinem Auto die ersten zwei Nächte und danach noch eine Nacht im Hostel.

Dann entschied ich mich für ein neues Tattoo, da unsere Katze leider über die Regenbogenbrücke gehen musste und ich mich nicht verabschieden konnte, wollte ich eine Erinnerung...

An einem Nachmittag hatte ich mir eine Delfin-Kajak-Tour gebucht. Wir bekamen erst mal Wetsuits, einen Helm und ein Paddel in die Hand. Danach gab es eine kleine Einführung, wie man das Kajak steuert und wer auf welcher Seite paddelt und wie man das Kajak dreht. Es war sehr lustig und ich habe tolle Menschen kennengelernt.

Leider haben wir auf dieser Tour keine Delfine gesehen, sodass wir unsere Delfin-Garantie gleich am Nachmittag einlösten. Man hätte auch an einem anderen Tag in einem anderen Jahr wiederkommen können, aber ich hatte nicht mehr viel Zeit in Byron Bay, sodass ich direkt am Nachmittag die Garantie einlöste. Und es war die richtige Entscheidung. Wir paddelten mit den Kajaks zu einer Bucht, auf dem Weg dorthin sahen wir an die 50 Delfine.

An der Bucht angekommen bekamen wir Tee, Kaffee und TimTams. Dann paddelten wir wieder zurück zum Strand, von dem wir gekommen waren. Danach ging ich noch mit zwei Mädels zu Domino’s um Pizza zu essen.

Den nächsten Tag verbrachten wir am Strand mit Surfen und Schnorcheln. Am Nachmittag wanderten wir dann noch zum Leuchtturm, was einem Marsch von 7 km return entsprach.

Dann organisierte ich noch meine weiteren Trips und am nächsten Tag ging es auch schon weiter nach Rainbow Beach.

In the middle of nowhere

Samstag, 26.05.2018

Am 26.02.2018 fuhr ich mit der Bahn 5 Stunden von Sydney nach Muswellbrook. Dort wurde ich von Eve abgeholt (Mutter des Managers). Dann ging es erst einmal einkaufen. Zuerst ging es in einen Second-Hand-Laden, um Bettlaken, Kissenbezüge und eine Decke zu besorgen. Danach ging es zu Coles und Aldi Essen einkaufen. Eve sagte mir, ich solle mal so einkaufen, dass ich 2 Wochen auskomme. Das tat ich dann natürlich auch. Nachdem alles ins Auto gepackt war, ging die Fahrt los. 1 ½ Stunden Fahrt bis zu dem Stud (Gestüt) auf dem ich nun mehr 3 Monate arbeite. Die Pferderasse nennt sich Thoroughbreds und die meisten sind Nachkommen von sehr guten und teuren Rennpferden.

Es gibt auf dem Stud drei verschiedene ‚Crews‘, die Farm-Crew: zuständig für Reparaturen, Zäune, alle technischen Geräte, usw., die Broodmare-Crew und die Yearling-Crew.

Am 27.02.2018 begann dann die Arbeit. Zuerst lud mich der Manager ein, eine Rundfahrt zu machen, damit er mir alles zeigen kann. Ich wurde erst mal bei den Jährlingen eingeteilt. Manchmal waren sie etwas crazy, aber die meiste Zeit ganz in Ordnung. Die Pferde werden morgens zu den Yards geführt (kleine Koppel; jedes Pferd hat seine eigene), dann werden die Boxen gemacht, dann holt man sie wieder in die Boxen. Danach werden sie gestriegelt bis kein einziges Haar mehr aus dem Fell kommt. Nach 1 Stunde Lunchbreak ging es dann weiter mit dem Striegeln. Am Nachmittag kommen die Jährlinge dann in den Walker, um die Muskeln zu trainieren und währenddessen werden wieder die Boxen ausgemistet. Da ich aber nur drei Wochen mit den Jährlingen gearbeitet habe, kann ich nicht viel mehr darüber sagen…

Nach drei Wochen kam ich dann zu den Broodmares (Broodys), also den Stuten, die gerade Fohlen hatten bzw. trächtig sind oder eben nicht. Als ich bei den Broodys angefangen haben, waren die Stuten noch mit ihren Fohlen zusammen.

Hier ist der Tagesablauf sehr unterschiedlich. Morgens wird erst mal der Feed-Run gemacht und das nicht zu Fuß, sondern mit dem typisch australischen Auto, nämlich einer ‚Ute‘. Trotz Auto benötigt man beim Feed-Run circa eine Stunde. Es war immer sehr süß, wie die Fohlen ihren Müttern hinterhergedackelt sind. Wie der Feed-Run funktioniert, seht ihr in dem Video, manchmal muss man den Pferden auch Treatments geben, kommt aber drauf an, ob sie verletzt sind, oder es zur Unterstützung der Schwangerschaft brauchen oder wie auch immer.

https://www.facebook.com/sandra.benn.391/videos/1018954398268854/

Dann gibt es immer Unterschiedliches zu tun, wie z. B. Mähnen und Schweife zu kämmen und kürzen, Boxen leeren, mit einem Luftdruckreiniger saubermachen und wieder auffüllen, Yards ausmisten, giftige Pflanzen aus den Koppeln entfernen, größere Steine auflesen und damit Wombatlöcher füllen, dem Hufschmied oder der Tierarzthelferin (Vetnurse) helfen, Heu-Run, neuen Platz für die Feeder finden, Laub rechen, etc.

In einer Woche haben wir dann die Stuten von ihren Fohlen trennen müssen, da die Fohlen sich an die Nannys gewöhnen sollten. Die Fohlen waren da circa 4-6 Monate alt. Um die Stuten und Fohlen von einer Koppel zur anderen zu bringen, nutzen wir einen Kubota (in Deutsch wohl Golfkart), wie im Video zu sehen ist, oder ein Quad.

 https://www.facebook.com/sandra.benn.391/videos/1018954624935498/

Wir haben insgesamt drei Kubotas und zwei Quads, wobei Quad fahren richtig Spaß macht. Dann wurden die Stuten in verschiedene Koppeln gebracht und wurden dort beobachtet bis sie ‚trocken‘ waren, also keine Milch mehr hatten. Diese Stuten wurden dann in den Truck geladen und zu den verschiedenen Koppeln gebracht, dabei wurde nach Datum sortiert. Also die Stuten, die ihre Fohlen um die gleiche Zeit bekommen, sind auf der gleichen Koppel. Wir haben im Moment circa 105 trächtige Stuten und 20 nicht trächtige Stuten. Dazu kommen noch die circa 70 Fohlen um die wir uns im Moment noch kümmern.

 

Was die Freizeit hier auf der Farm angeht, ist nicht viel zu berichten, da der nächste Pub 40 Minuten weg ist. Wenn man einkaufen gehen möchte, muss man 1 ½ Stunden fahren. Da ich ja aber zum Glück mein eigenes Auto habe, ist das nicht allzu schlimm und ich kann in diesem Auto sogar schlafen, da ich keine Rücksitze drin habe, sondern ein Bett ;-). In Australien ist allerdings auf jedem Highway eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h.

Das Gute allerdings ist, dass hier circa 40 Leute auf der Farm arbeiten und so knüpft man Kontakte und findet Freunde mit denen man sich abends vielleicht mal zusammensetzt und ein Gläschen Wein oder auch mal ein Bier trinkt odr leckeres Essen kocht.

Übrigens ist es nichts Erstaunliches, wenn dir ein Känguru begegnet. Die kommen nämlich von den Bergen runter um sich zu sonnen, zu fressen, oder was auch immer Kängurus so tagsüber tun, aber man sieht sie häufig, auch in den Koppeln in denen Pferde stehen.

 

Und wer behauptet, Australien hat das ganze Jahr über Sommer, der hat sich gewaltig geirrt… Wir haben hier morgens, wenn wir anfangen zu arbeiten, um die -3°Grad. Ok tagsüber wärmt es sich auf bis zu 20°, aber nachts ist es wirklich kalt… Ich schlafe sogar mit zwei Bettdecken und es steht ein kleiner elektrischer Heizofen in meinem Zimmer… Das Beste allerdings ist der Wombat, der unter meinem Zimmer haust. Vor allem wenn er nachts um 3 Uhr anfängt zu scharren oder zu grunzen…

Alles in allem haben sich die drei Monate echt gelohnt, ich habe viel Neues gelernt und viele liebe Menschen getroffen, von denen einige zu guten Freunden geworden sind.

 

Allerdings freue ich mich jetzt auch schon auf die neuen Abenteuer, die auf mich warten, denn jetzt kann die Reise richtig losgehen, Ostküste ich komme!!!

Eine Busfahrt, die ist lustig... ;-)

Mittwoch, 07.02.2018

Busfahren in Sydney ist doch immer wieder eine schöne und neue Herausforderung.

Zum Busfahren in Sydney ist erst mal eine Opal-Card notwendig. Diese muss man aufladen, wie bei einem Prepaid-Handy. Jedes Mal, wenn man in einen Bus einsteigt, hält man die Karte vor ein entsprechendes Gerät zum 'Tap on'. Wenn man aussteigt, dann hält man die Karte wieder an das Gerät zum 'Tap off'. Dann wird einem der Betrag abgezogen, für die Strecke, die man gefahren ist. So weit, so gut.

Die Herausforderung beim Busfahren ist, die richtige Haltestelle zu erwischen. Es gibt nämlich keine Anzeige oder Ansprache, die die nächste Haltestelle ansagt. Wenn man also den Weg noch nicht gefahren ist, fragt man entweder den Busfahrer (geht aber nur wenn er nett ist und der Bus leer), oder man nimmt Google Maps zur Hilfe. Wie jedem, der sich in Sydney nicht auskennt, ist es mir auch schon passiert, dass ich mit dem Bus in die falsche Richtung gefahren bin, oder ein/zwei Haltestellen zu weit. Das ist hier in Sydney nichts Ungewöhniches.Vor allem Nachts, wenn kein Verkehr ist und der Bus nicht an jeder Haltestelle hält und man nicht daran denkt, dass die Busfahrt nachts nicht so lange dauert, wie tagsüber.

Auf was ich aber eigentlich hinaus möchte, ist das, was man betrachtet, wenn man hier Bus fährt.

Erst einmal fällt auf, dass zwischen all den Hochhäusern und Wohnungen und Villen sehr viele Grünflächen zu finden sind. Auch in der Innenstadt zwischen dem WorldTower, dem Meriton Suites und dem Hilton findet man einen Park in dem man seine Freizeit genießen kann.

Oder aber man sieht die Unterschiede in der Stadt. Neben einer neuen Wohnung, befindet sich eine Baustelle, neben einem angesagten Laden, befindet sich ein nicht mehr betriebenes Hotel. Wenn man die Augen aufmacht, wenn man hier durch die Straßen fährt, sieht man wie groß die Unterschiede sind.

 

Was man allerdings auch sieht, obwohl es in meinen Augen etwas bizarr ist, ist eine ehemalige Kirche, die heutzutage als Modegeschäft dient. In Deutschland unvorstellbar, denn bei uns hätte man das Gebäude abgerissen und ein neues hingestellt. Hier wird es einfach zweckentfremdet.

Außerdem dankt man hier dem Busfahrer noch, wenn man aussteigt. Man hebt die Hand und sagt 'Thank you'. Und hier steht man auch noch auf, wenn jemand den Sitz dringender benötigt wie man selbst. Für mich auch eine Selbstverständlichkeit, bei der deutschen Jugend heutzutage leider nicht mehr (Ausnahmen gibt es allerdings immer). Aber was ich definitiv sagen kann, dass man in den Bussen friert, vor allem wenn es draußen über 30 Grad hat, denn eins ist gewiss, Klimaanlage vorprogrammiert.

Busfahrten sind hier aber wie gesagt immer eine schöne Herausforderung. Man trifft alle Arten von Menschen, aber wenn man etwas braucht, oder nach der Haltestelle fragt, an der man raus muss, wird einem immer wieder weitergeholfen. Das ist das, was die Menschen hier ausmacht. Die Offenheit, die Mentalität, ohne Voruteile jemandem gegenüber zu treten und zu helfen wenn man fragt.

Viele Menschen denken, dass Sie denken, doch im Grunde ordnen Sie nur ihre Vorurteile neu.

Aber manchmal reicht es eben, einfach nur zu sein und einfach nur ich zu bleiben!

Sunny on the bus

Die Spinne und Ich

Freitag, 12.01.2018

Eines Tages kam ich von der Arbeit nach Hause, es wird so dreiviertel 12 nachts gewesen sein. Ich habe mit meinen Eltern geskypt und mich in meinen Schlafanzug geschmissen. Dann ging ich kurz zu meinem Trolley, da ich dort die Wäsche zum Waschen sammle.

Dann der erste Riesenschreck… Eine Spinne, mit dem Durchmesser einer Tasse saß an der Wandyell. Ich bin so erschrocken, dass meine Eltern, mit denen ich immer noch skypte, schon direkt wussten was los war.

Sie fragten mich, ob alles ok ist. Ich meinte: „Papa kannst du bitte kommen und die Spinne wegmachen?!“ Meine Eltern fingen an zu lachen. Ich hatte nur total Angst. Meine Eltern rieten mir, erst mal Platz zu machen, damit ich an die Spinne drankomme. Das tat ich und dann der nächste Schock. Die Spinne war so schnell, das hatte ich noch nie gesehen. Diese Spinne war so schnell wie eine Maus, wenn nicht sogar noch schneller… Ich hatte totale Panik und war froh, dass meine Eltern da waren. Ich meine, sie sind am anderen Ende der Welt, aber trotzdem konnte ich ihre Nähe fühlen. Ich hatte furchtbare Angst, denn das erste Mal in meinem Leben, musste ich mich dieser Angst stellen, dieser Panik. Mein Herz pochte bis zum Hals und Mama meinte die ganze Zeit, wenn ich noch länger warten würde, wäre die ganze Nacht vorbei und ich käme nicht zum Schlafen. Also musste ich mich zusammenreißen, nachdem ich drei Tränen vergossen hatte. Es kostete mich eine riesengroße Überwindung. Ich versuchte, die Spinne mit einer Zeitung totzuschlagen, aber sie war zu schnell. Ich traf sie nicht und sie krabbelte weiter unter einen kleinen Ecktisch mit einer Pflanze drauf. Meine Eltern meinten: „Wie kann man denn die nicht erwischen? Das muss man doch schaffen?!“ „Nein, die ist viel zu schnell und wisst ihr, was mich das kostet?!“ war meine Antwortcry.

Nun musste ich die Spinne wieder hervorlocken, da ich sie nicht da sitzen lassen konnte… Ich hätte kein Auge zu machen können, indem Wissen, dass eine Spinne in meinem Zimmer sitzt.

Also begann ich einen neuen Versuch und lockte die Spinne heraus. Dann nahm ich statt einer Zeitung, einen Turnschuh als Waffe, um die Spinne zu töten. Meine Eltern sagten, mir genau, was ich tun musste. Und sagten, jetzt mach schon, mach schon, sonst sitzt du noch die ganze Nacht da. Also holte ich zwei Mal ganz tief Luft und schlug zu…surprised

Ich hatte sie getroffen… Um zu schauen, ob sie wirklich tot war, schlug ich noch mal mit der Zeitschrift drauf. Dann holte ich mir 5 oder 6 Taschentücher. Meine Mama wollte, dass ich die Spinne in die Hand nehme, um zu wissen, wie sich solch ein Tier anfühlt, aber das konnte ich nicht. Es hatte mich so viel Kraft und Überwindung gekostet, diese Spinne zu töten, da würde ich sie nie im Leben anfassen. Also nahm ich meine Taschentücher, wickelte die Spinne darin ein und spülte sie in der Toilette runter… Ich hatte es geschafft!!!innocent

Meine Eltern zogen mich auf und machten sich ein bisschen lustig über mich, weil ich solche Angst hatte, aber für mich war das gefühlsmäßig die Hölle. Ich hatte solche Angst, da man hier ja nie wissen kann, ob die Spinnen giftig sind. Ich glaube hier in Sydney eher weniger, aber man weiß ja nie…

Ich weiß, dass hier Spinnen viel häufiger vorkommen, wie in Deutschland und dass sie größer und schneller sind und ja, vielleicht überwinde ich meine Phobie, wenn ich beim Farmwork bin, aber ich war stolz auf mich, dass ich es geschafft hatte, die Spinne zu töten… Ich weiß auch, dass ich das meinen Eltern zu verdanken habe, die die ganze Zeit mit mir geskypt hatten und mir geholfen hatten… Wenn sie nicht da gewesen wären, hätte ich wahrscheinlich die ganze Nacht wach gesessen und gewartet bis jemand aufwacht.

Naja, auf jeden Fall habe ich es überstanden…

Bis zu nächsten Mal und hoffentlich ohne Spinnen

Eure Sandra

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